Vor einigen Jahren wollten viele Unternehmen agil werden. Teams wurden umbenannt, Rollen neu geschaffen und Methoden aus der Softwareentwicklung auf ganze Organisationen übertragen. Heute fällt die Bilanz gemischt aus.
Was sich bewährt hat
Kurze Planungszyklen, regelmäßige Rückblicke und sichtbare Aufgabenlisten haben sich in vielen Bereichen durchgesetzt. Sie machen Fortschritt transparent und erleichtern es, Prioritäten anzupassen. Auch interdisziplinäre Teams, die ein Produkt gemeinsam verantworten, haben sich vielerorts etabliert.
Wo es hakt
Probleme entstehen, wenn agile Methoden als Selbstzweck eingeführt werden. Zusätzliche Meetings ohne klaren Nutzen, unklare Verantwortlichkeiten und ein Nebeneinander von alter Hierarchie und neuen Rollen sorgen für Frust.
Pragmatismus setzt sich durch
Viele Unternehmen kombinieren inzwischen agile Elemente mit klassischen Strukturen. Projekte mit festen Rahmenbedingungen werden weiterhin geplant gesteuert, während innovative Vorhaben iterativ entwickelt werden.
Leitfragen für die eigene Organisation
- Welches Problem soll eine neue Arbeitsweise lösen?
- Haben Teams tatsächlich Entscheidungsbefugnisse?
- Wie wird Erfolg gemessen?
- Welche Rituale können wegfallen, weil sie keinen Nutzen stiften?
Agilität ist am Ende keine Methode, sondern eine Fähigkeit: schnell zu lernen und sich anzupassen.

